Glasfaserverbindungen sind heute aus modernen Datennetzen kaum noch wegzudenken. Sie ermöglichen hohe Übertragungsraten, große Reichweiten und eine störungsarme Datenübertragung. Neben der Wahl zwischen Singlemode- und Multimode-Fasern spielt allerdings auch der verwendete Steckertyp eine entscheidende Rolle. Nicht jeder LWL-Stecker eignet sich für jede Installation, und gerade bei Erweiterungen bestehender Netzwerke muss darauf geachtet werden, welche Anschlüsse bereits vorhanden sind. Unterschiede gibt es unter anderem bei Bauform, Packungsdichte, Verriegelung und Rückflussdämpfung.
Zu den am häufigsten verwendeten Varianten gehört der LC-Stecker. Aufgrund seiner kompakten Bauform ermöglicht er eine hohe Packungsdichte und wird deshalb häufig an Switches, Patchfeldern und anderen Netzwerkkomponenten eingesetzt. Gerade dort, wo viele Glasfaseranschlüsse auf engem Raum untergebracht werden müssen, ist diese kleine Bauform von Vorteil. LC-Verbindungen sind sowohl für Singlemode- als auch für Multimode-Anwendungen erhältlich und gehören heute zu den gängigen Lösungen in moderner Netzwerktechnik.
Ebenfalls weit verbreitet ist der SC-Stecker. Er ist etwas größer als der LC-Stecker und benötigt entsprechend mehr Platz, lässt sich dafür aber unkompliziert handhaben. SC-Stecker finden sich in zahlreichen Neuinstallationen und werden beispielsweise in Gebäudeverkabelungen, Verteilern oder Anschlussdosen eingesetzt. Sowohl LC als auch SC zählen zu den etablierten Stecksystemen und sind in vielen verschiedenen Kabelausführungen verfügbar.
Eine ausführliche Übersicht über diese und weitere Bauformen bietet die Seite zu LWL-Steckertypen bei lichtleiterkabel.com. Dort werden unter anderem LC-, SC-, ST-, E2000-, MTRJ-, MPO/MTP-, FC-, DIN-, VF-45-, F-SMA- und FDDI-Stecker vorgestellt. Zusätzlich werden verschiedene APC-Ausführungen erläutert. Die Übersicht ist besonders hilfreich, wenn vor der Konfiguration oder Bestellung eines Glasfaserkabels zunächst geklärt werden soll, welcher Anschluss an vorhandenen Geräten und Verteilern benötigt wird.
In älteren Installationen trifft man häufig noch auf den ST-Stecker. Charakteristisch ist sein Bajonettverschluss, über den der Stecker sicher mit dem Anschluss verbunden wird. Auch MTRJ-Stecker stammen eher aus älteren Netzwerkumgebungen und wurden früher unter anderem bei LWL-Switches eingesetzt. Bei neuen Projekten werden dagegen häufig kompaktere und heute stärker verbreitete Systeme gewählt, sofern keine Kompatibilität mit bestehender Technik erforderlich ist.
Ein anderer Ansatz kommt bei MPO- beziehungsweise MTP-Steckern zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Mehrfaserstecker, bei denen mehrere Fasern in nur einem Steckverbinder zusammengefasst werden. Dadurch lässt sich eine besonders hohe Packungsdichte erzielen. Solche Lösungen sind vor allem in Rechenzentren und anderen Umgebungen interessant, in denen sehr viele optische Verbindungen auf engem Raum untergebracht werden müssen. Sie können außerdem für parallele optische Übertragungsverfahren und sehr hohe Datenraten genutzt werden.
Eine weitere bekannte Variante ist der E2000-Stecker. Er verfügt über eine integrierte Schutzklappe, die sich beim Einstecken automatisch öffnet und beim Herausziehen wieder schließt. Dadurch wird die Steckerendfläche besser gegen Verschmutzungen geschützt. Gleichzeitig reduziert die Klappe die Gefahr, direkt in austretendes Laserlicht zu blicken. Gerade bei professionellen Installationen kann diese Kombination aus Schutz und kompakter Bauweise interessant sein.
Neben der Bauform spielt auch die Ausführung der Steckerendfläche eine Rolle. Üblich sind unter anderem PC- und APC-Ausführungen. APC steht für „Angled Physical Contact“ und bezeichnet eine schräg geschliffene Steckerendfläche. Häufig beträgt der Winkel acht Grad. Durch diese Form wird reflektiertes Licht so abgelenkt, dass es möglichst wenig zurück in den Faserkern gelangt. Dadurch lässt sich eine bessere Rückflussdämpfung erreichen, was insbesondere bei bestimmten Singlemode-Anwendungen wichtig sein kann.
APC-Versionen gibt es beispielsweise bei LC-, SC-, E2000-, DIN- und FC-Steckern. Bei der Planung sollte allerdings unbedingt darauf geachtet werden, dass die Ausführungen zueinander passen. Ein mechanisch ähnlich aussehender Stecker bedeutet nicht automatisch, dass jede Variante miteinander kombiniert werden sollte. Gerade unterschiedliche Schliffarten können zu ungeeigneten Verbindungen und erhöhten Verlusten führen.
Welcher LWL-Stecker letztlich sinnvoll ist, hängt deshalb stark vom konkreten Einsatzgebiet ab. Für kompakte Netzwerkverteiler und Switches wird häufig LC gewählt, während SC in vielen Gebäudeinstallationen eingesetzt wird. MPO beziehungsweise MTP bietet Vorteile bei sehr hoher Faserdichte, und ältere Systeme können weiterhin ST-, MTRJ- oder andere Steckertypen erfordern. In speziellen Bereichen wie Medizin- oder Wehrtechnik können wiederum robuste Varianten wie F-SMA relevant sein.
Vor der Bestellung eines Glasfaserkabels lohnt es sich daher, vorhandene Anschlüsse genau zu prüfen und zusätzlich Fasertyp, Kabellänge und gewünschte Übertragungsstrecke zu berücksichtigen. Bei Neuinstallationen sollte außerdem bedacht werden, wie gut sich das gewählte Stecksystem später erweitern lässt. Eine sorgfältige Planung verhindert Adapterlösungen und unnötige Umbauten und schafft die Grundlage für eine übersichtliche, leistungsfähige und langfristig nutzbare Glasfaserinfrastruktur.
LWL-Steckertypen im Überblick: Welcher Glasfaserstecker passt zu welcher Anwendung?
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