Ich beschäftige mich seit Monaten mit der Frage, ob ein Wechsel in die private Krankenversicherung für mich noch Sinn macht. Bin 45 Jahre alt, selbständige Unternehmensberaterin mit einem stabilen Jahreseinkommen von etwa 85.000 Euro brutto. Aktuell bin ich freiwillig gesetzlich versichert und zahle den Höchstbeitrag von knapp 800 Euro monatlich.
Die Situation ist komplex, weil ich mehrere Faktoren abwägen muss:
1. Beitragsentwicklung: In meinem Alter sind die PKV-Beiträge noch relativ moderat, aber die Altersrückstellungen werden natürlich nicht mehr so stark aufgebaut wie bei jüngeren Versicherten. Die Beitragsexplosion im Alter ist meine größte Sorge.
2. Gesundheitszustand: Ich bin grundsätzlich gesund, hatte aber vor drei Jahren eine Bandscheibenoperation und nehme regelmäßig Schilddrüsenmedikamente. Beides wird vermutlich zu Risikoaufschlägen oder Ausschlüssen führen.
3. Familienplanung: Als Single fällt der Vorteil der kostenlosen Familienversicherung weg, aber eine spätere Heirat könnte problematisch werden, falls der Partner nicht privat versichert ist.
4. Leistungen: Die besseren Behandlungsmöglichkeiten in der PKV sind verlockend, besonders beim Zahnersatz und bei Facharztterminen. Andererseits komme ich auch mit der GKV gut zurecht.
Die verschiedenen PKV-Tarife unterscheiden sich erheblich. Ein Basis-Tarif mit 1.000 Euro Selbstbehalt würde etwa 420 Euro kosten, ein Komfort-Tarif ohne Selbstbehalt liegt bei 650 Euro. Das wäre kurzfristig eine Ersparnis, aber die langfristige Entwicklung ist unkalkulierbar.
Besonders unsicher bin ich bezüglich der Rückkehrmöglichkeiten. Als Selbständige über 55 kann ich praktisch nicht mehr zurück in die GKV, außer ich werde sozialversicherungspflichtig angestellt und verdiene unter der Versicherungspflichtgrenze.
PKV Wechsel mit 45 sinnvoll oder zu riskant?
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Engelstochter
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