Die Reservation von Umlaut-Domains vom 1. März wird ein Nachspiel haben, möglichweise sogar für die Registrierstelle Switch.
«Ein abslolut dilettantisches Vorgehen!» Andreas Meili, Leiter Elektronische Medien bei der Tamedia, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er über die Vergabe-Politik der Registrierstelle Switch bei Umlaut-Domains spricht. Was geschah: Am 1. März 2004 um 12.00 Uhr konnte Krethi und Plethi Internet-Adressen wie zürich.ch oder nestlé.ch reservieren. Inhaber von Markenrechten hatten beim Reservierungsvorgang keinerlei Vorteile. Das Prinzip lautete: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
«Wir haben die Möglichkeit einer Vorreservation durch Marken-Inhaber geprüft und auf Grund schlechter Erfahrungen anderer Registrierungsstellen verworfen»,
sagt Switch-Sprecher Marco
D’Alessandro.
Das Resultat: Markennamen sind nun im Besitz von Firmen wie beispielsweise der Passion Internet GmbH. Passion betreibt mehrere Hardcore-Sex-Pages und besitzt Tausende von Domains, darunter: kurzeröcke.ch, ständer.ch, stöhnen.li oder eben telezüri.ch und orell-füssli.ch.
Passion hat bereits dicke Post erhalten. Meili: «Wir werden den Domain-Namen zurückholen!» Gleiches ist aus dem Haus Orell-Füssli zu vernehmen. Chief Information Officer Serge Mouttet: «Unsere Rechtsabteilung ist gebrieft.»
Ungemach droht aber nicht nur Schlaumeiern wie Passion. Tamedia sowie Orell-Füssli erwägen auch gegen Switch vorzugehen: «Die Vergabe war nicht wettbewerbskonform. Wir prüfen rechtliche Schritte», erklärt Mouttet, und Meili: «Wir erwägen eine Schadenersatzklage gegen Switch.»
ich habe nie verstanden, dass heikle namen nicht zurück behalten worden sind um abzuwarten wer sich dafür interessiert. hoffe, dass unbekannte leute die besetzten namen zurück geben müssen.


