Der Prinz der Drache und die Hexe

Treffpunkt für Poeten aller Art.

Moderator: rammstein

motte
gelegenheitsschreiber
gelegenheitsschreiber
Beiträge: 27
Registriert: 20.12.2004, 19:51

Der Prinz der Drache und die Hexe

Beitragvon motte » 21.12.2004, 14:00

Ein junger Prinz beschließt, Abenteuer zu suchen und einen Drachen zu töten.
Er kauft sich ein Schwert und eine Rüstung und macht sich auf den Weg.
In der Höhle des Drachen angekommen,
sieht er sich gerade um, als er plötzlich etwas auf seiner Schulter spürt.
Er dreht sich herum und vor ihm steht ein RIESIGER Drache,
der einen Finger auf seine Schulter gelegt hat. Der Drache fragt den Prinzen:
"Hallo! Was machst denn Du hier?"
Prinz: "Äh - häm - also ...."
Drache: "Immer das gleiche mit den jungen
Rittern. Gibs zu, du wolltest mich töten!" "Naja - also - ja ..."
"Hör zu, das ist nicht das erste Mal.
Die dummen Jünglinge kommen an und meinen, wir Drachen wären so doof,
daß man uns einfach so abmurksen könnte,
und dabei haben sie noch nie einen von uns gesehen.
Ich mache Dir einen Vorschlag: wenn Du versprichst, Weisheit zu
suchen, lasse ich Dich am Leben. Du hast von jetzt an ein Jahr Zeit, mir
eine Frage zu beantworten.
Wenn mich die Antwort zufriedenstellt,
bekommst Du die Hälfte meines Drachenschatzes, ansonsten fresse ich Dich
auf." "Hm - bleibt mir ja wohl nichts anderes übrig ..." "Genau. Ach ja,
und
komm nicht auf die Idee, abzuhauen und nie wieder zu kommen - ich finde
Dich!" "Na gut - und wie lautet die Frage ?" "Die Frage lautet:
Was ist Frauen wirklich wichtig?"
Daheim angekommen, befragte der Prinz jede Frau im Schloß,
was ihr wichtig sei, von der Königin bis zur einfachsten Magd.
Er bekam viele Antworten wie "Schönheit", "Reichtum", "Macht",
"Einen lieben Mann ...". Aber zu jeder Antwort gab es auch viele Frauen, die das
für völlig falsch hielten. Er war schon am Verzweifeln, bis ihm jemand den
Vorschlag machte, die alte weise Hexe im Sumpf zu befragen, die einige
Tagesreisen weit weg wohnte.
Als er bei der Hexe ankam, schilderte er ihr sein Problem.
Diese meinte, die Antwort zu kennen, aber um den Preis, daß er sie heiraten würde.

Da bekam der Prinz einen Riesenschreck, denn die Hexe war die häßlichste Frau,
die er jemals gesehen hatte: ein Buckel, die Beine unterschiedlich lang,
eine große Warze auf der Nase; sie roch fürchterlich,
und ihre Stimme war ein ekelhaftes Gekrächze.
Nach einiger Zeit beschloß er jedoch,
daß dies gegenüber dem Drachen das geringere Übel sei und versprach,
die Hexe zu heiraten, wenn der Drache die Antwort akzeptieren würde.
Daraufhin gab sie ihm ihre Antwort: "Was sich jede Frau wünscht ist, über die
Dinge, die sie persönlich betreffen, selbst bestimmen zu können".
Der Drache akzeptierte die Antwort und überließ dem Prinzen einen Teil seines Schatzes.
Fröhlich ritt der Prinz nach Hause, bis er wieder an die alte Hexe dachte.
Da er jedoch ein Prinz war, bleib ihm nichts übrig, als sein Versprechen einzuhalten,
und dieHochzeit wurde angsetzt.

Das war ein trauriges Fest!
Die Hexe sahnicht nur furchtbar aus und stank; sie hatte auch die schlechtesten
Manieren, rülpste, furzte und beleidigte die Gäste. Die einen bemitleideten
den Prinzen, die anderen machten sich über ihn lustig, aber jeder fand
schnell eine Entschuldigung, sich verabschieden zu müssen, so daß am frühen
Abend die Feier zu Ende war. Danach verabschiedete sich die Braut ins
Schlafzimmer, nicht ohne dem Prinzen mitzuteilen, daß sie sich auf das, was
jetzt kommen sollte, besonders freuen würde.
Der arme Prinz überlegte sehr, ob der Drache
nicht doch das kleinere Übel gewesen wäre.
Wie staunte er jedoch, als er das
Schlafzimmer betrat und die schönste Frau im Bett lag, die er jemals gesehen hatte!
Diese duftete angenehm, hatte eine schöne Stimme und erklärte ihm,
daß sie sehr wohl die Hexe sei, aber als Hexe auch die Fähigkeit hätte, ihr
Aussehen zu verändern, und daß sie beschlossen hätte, ihn für das gehaltene
Versprechen zu belohnen. Sie wäre zukünftig am Tag die alte Hexe und in der
Nacht die junge schöne Frau - oder auch genau andersherum, am Tag schön und
in der Nacht die Hexe. Der Prinz könne sich heraussuchen, was ihm lieber wäre.
Der Prinz überlegte lange, was besser wäre - tagsüber eine schöne Frau,
um die ihn alle beneiden würden, aber schreckliche Nächte,
oder tagsüber das Gespött eines jeden zu sein und dafür
die Nächte geniesen zu können.

Wie hat er sich wohl entschieden?

NICHT WEITERLESEN! ÜBERLEGE ZUERST:
WAS WÄRE DEINE WAHL GEWESEN?

-
-
-
-
-

Der Prinz erinnerte sich an die Frage des
Drachen und antwortete schließlich, daß sie dies selbst bestimmen solle.
Daraufhin freute sich die Hexe und meinte, daß der Prinz damit erst wirklich
seine Weisheit bewiesen habe und sie als Belohnung nun immer die schöne
Gestalt tragen würde.

-
-

Und was ist die Moral dieser Geschichte?
-
-

Es ist ganz egal, ob eine Frau schön ist oder häßlich
im Inneren bleibt sie doch immer eine Hexe.

(urheber unbekannt)

rhiannon
forum junky
forum junky
Beiträge: 1377
Registriert: 21.08.2003, 12:21
Wohnort: neuenhof
Kontaktdaten:

Beitragvon rhiannon » 21.12.2004, 21:22

:megatop:

Benutzeravatar
lessa
schreibtalent
schreibtalent
Beiträge: 114
Registriert: 07.04.2004, 14:27
Wohnort: FR

Beitragvon lessa » 22.12.2004, 09:01

Die Geschichte kannte ich schon - und find sie immer wieder gut zu lesen.

Benutzeravatar
rammstein
Moderator
Moderator
Beiträge: 1243
Registriert: 26.10.2003, 17:48
Wohnort: 8**2

Beitragvon rammstein » 22.12.2004, 12:55

darf ich euch bitten euch an die regeln zu halten.

keine texte kopieren und reinstellen

dies ist nicht sind und zweck dieses threads

:danke:
Bild sanus per aquam Bild


Zurück zu „Club der toten Dichter“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste